Januar 2001 - 5.Ausgabe - Seite 2
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Alle Jahre wieder ---- oder: ein etwas anderes Silvester
( windbrides Erlebnisse zur ultimativen Jahrtausendwende)
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Jubel!! Ich hatte doch noch eine Einladung zu einer Silvesterparty bekommen! Die trostlosen Pläne, allein und depressiv zu Hause zu sitzen, hatte ich damit abgehakt.
So packte ich am 31.12.00 mein Köfferchen und machte mich gut gelaunt und voller Vorfreude auf um eine richtige Sause zu machen.
Gefeiert wurde in einem kleinen hessischen Dorf. Naja, es war nicht Hamburg oder London, aber ich war nicht allein, das war das Wichtige an der Sache.
Los ging´s, ab in´s Auto, noch nen Freund abgeholt und dann, um 20.30 Uhr, pünktlich zum Essen trafen wir ein.
Die Runde war nett, es gab Schlammbowle, Bier und Wein, die Musik war nicht so mein Geschmack, aber was soll`s, ich war ja nicht allein!
Gegen 22.00 Uhr fingen wir an zu spielen, da war ein Quiz, diverse Würfelspiele und das traditionelle Bleigießen, das zwar meinen Tod voraussagte, aber was machte das schon, an einem solchen Abend.
Dann wurde es spannend, denn jetzt sollte das neue Jahrtausend eingeläutet werden und auch wir wollten uns nicht lumpen lassen, versammelten 
uns frierend um zehn Minuten vor zwölf vor dem Haus und stellten schon mal das Brilliantfeuerwerk zurecht.
Ich für meine Person hätte ja lieber einige Tonnen Brot nach Afrika geschickt, aber ich dachte mir, dass meine, in diesen Kreisen offensichtlich recht radikalen, sozialen Ansichten heute doch unpassend wären und...naja
...ich war immerhin nicht alleine.
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Also hielt ich den Mund und machte mich über den Sekt her, der mir in die Hand gedrückt wurde und fand mich nur Sekunden später in den Armen von wildfremden Menschen wieder, die mir überschwenglich fröhlich ein gutes, neues Jahr wünschten.
Es knallte, sprühte, pfiff und qualmte an allen Ecken und Enden. Gut, ich konnte das Feuerwerk zwar nicht gut sehen, weil meine Augen zu tränen begannen und ich husten musste, als ob ich die Schwindsucht hätte, doch es war wirklich schön und eine Menge auf alle Fälle. Ich überlegte schnell, wieviele Laibe Brot das doch gewesen wären, die da in die Luft gingen, wollte mir aber selbst nicht den Spaß verderben und rief meine besten Freundinnen an um ihnen auch ein tolles Silvester zu wünschen.
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Prima! Nachdem meine Finger blau gefroren waren, ich meine Nase kaum noch spürte und meine Augen blind, wegen des Qualm´s waren, ging ich wieder in´s wohlig warme Wohnzimmer.
Ich hätte ja auch schön früher gehen können, aber wer wird denn unhöflich sein wollen, an einem solchen Abend!
Der Sekt floss in Strömen.
Das Problem war nur, er floss nur in eine der am Tisch sitzenden Kehlen. Diese Kehle nun wurde zunehmend labiler, was Sprechweise und Gang 
anging. Man konnte dem unvermeidlichen Verfall dieser Kehle nicht aus dem Weg gehen.
Um 3 Uhr war Freund "Faber" dann auf seiner Brust eingenickt und wurde durch sanftes Streicheln seiner Frau dazu animiert doch mit ihr in´s 
Bett zu kommen.
Nun geschah das Unfassbare! Die Kehle wollte nicht! Wie? Der will nicht mit seiner Frau in`s Bett?
Da stimmt doch was nicht.
Stimmen tat da alles, nur nicht am 1.1.01.
Es half nichts. Als Frau "Faber" Herrn "Faber" unter die Arme greifen wollte, wurde der auf einmal aktiv und entschloss sich doch dazu, als echter Mann, seinen Mann alleine stehen zu können, wehrte seine Frau unsanft ab und donnerte mit Characho  in den hinter ihm stehenden TV, der sich damit von der Party verabschiedete.
Zu diesem Zeitpunkt waren die eingeladenen Gäste, nur noch ein Mann, der Rest Frauen, in einem Anfangsstadium von Panik angelangt! Weiße Gesichter und große Augen waren zu erkennen und auch schon der eine oder andere Schrei war zu vernehmen.Ich rede von diesen Art von weiblichen Schreien, die in schlechten US Horrorstreifen  zu hören sind.
Toll! Jetzt war ich wirklich nicht mehr allein, denn ein erneuter Versuch die Kehle in´s Bett zu schaffen wurde durch diverse umgefallene Bierflaschen gekrönt, das Bier lief mir über die Hose.
Toll! Da schwankte er nun dahin, geladen bis zur Halskrause und wütend auf die Welt und, weiß der Geier, wen sonst noch!
Da ich, neben dem einzigen Mann noch nicht in Angstschweiß ausgebrochen war, sondern nur in Bier schwamm, wurde mir die Ehre zuteil zu helfen den Herrn nach oben zu geleiten! Da ich nicht nur eine starke soziale Komponente in mir trage, sondern auch noch an einem schlimmen Helfersyndrom leide, machte ich mich auf den Weg Herrn Kehle die Treppe hochzuhiefen.
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NA DENNE

 

Nun mußte Mr. Alc auch noch pinkeln. Problem an der Sache war, dass die Pipibox unten war!
Nun war guter Rat teuer. Was war zu tun? Ihn runterrollen? Nein, das wäre menschenunwürdig. 
Ihn in eine leere Sektflasche pullern lassen? 
Hmm..nicht schlecht , aber das wollte er nicht!
Gut! Also marsch, marsch zurück!
Da leider seine Beine nicht mehr zu gebrauchen waren, weil wohl vom vielen Schaumwein narkotisiert, wurde vorne geschoben und hinten gedrückt! Lustvolle Angelegenheit! 
In der Hälfte des Weges machten wir dann eine 
Pause, denn unsere Bandscheiben wollten sich gerade scheiden lassen und das konnte ich nicht zulassen. Ich liebte sie zu sehr.
Fataler Fehler! Denn Sektnase wurde wieder lebendig und schrie nach Muttern und sonstigen lebenden und schon verstorbenen Verwandten.
Aber dann ging´s los, wildes Umsichschlagen begann, es wurden Polizeigriffe angewandt, aber da nunmal kein Bulle zu Hand war, musste ich mich auf meine professionellen Vorerfahrungen berufen, die leider ein wenig eingerostet waren, was mir einen Schlag in den Magen einbrachte.
That´s life!
Nich so schlimm, bin ja gut gepolstert. Aber nun reichte es.
Die Geschichte is aber noch nich`rum!
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Klappte auch ganz gut.Unten angelangt, war es dann an dem, doch recht männlichen Problem, das Dödlchen des Mannes in die Schüssel zu hängen und das möglichst zielsicher.
HAPPY NEW YEAR
Nicht das ich prüde wäre, aber ich wollte dann doch 
nicht in die Intimsphäre der Leute eindringen, die so nett zu mir waren und mich eingeladen hatten, denn ich wollte ja nicht allein zu Hause sein, was ich spätestens jetzt bereute.
!!!!!!!!!!!!!!
Nun ja, also musste unser männliches Einzelexemplar dran glauben und den Torpedo lenken. Gelang auch, nur mit der gleichzeitigen Entleerung des Mageninhaltes unseres Schützlings hätte dann doch niemand gerechnet
Hey, das war beinahe wie arbeiten. Ich muss dazu sagen, dass ich in einem Kindergarten arbeite und dieses Geräusch hinreichend genau kenne.
Der Mann war leer und zwar an beiden Enden, das Werk war vollbracht, das Bad war hin, genau wie die Schrankwand und der TV.
Auf dem Weg nach Oben sind dann noch zwei Stühle durch die, gottseidank, offene Haustür geflogen, aber dann war Männe in der Lage sich von Frauchen die Treppen hochschleifen zu lassen und wohl komaartig in´s Delirium zu sinken.
Die getreuen Gäste saßen derweilen um den Partytisch rum, philosophierten über das warum und wieso nach, tranken aus und gingen dann schließlich um 5 Uhr in´s Bett.
Happy New Year!
Ich hätte doch zu Hause bleiben sollen oder vielleicht in eine kleine, kuschelige Hütte in die schottischen Highlands fahren sollen, mit mir, meinen Büchern und einem netten Schotten im Rock!
- windbride -

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