April  2001 - 6. Ausgabe - Seite 3

Schattenseiten

heute:

Kinder- und Jugendprostitution in Deutschland


 



 
 

Normalerweise berichten wir an dieser Stelle immer über Aktionen im Internet, die sich in den Dienst einer bestimmten Gruppe von Menschen mit Problemen in Ausnahmesituationen stellen. 
Für die aktuelle Ausgabe des RadioXPress haben wir uns ein ganz heikles Thema vorgenommen, nämlich die 

Kinder- und Jugendprostitution in Deutschland. 
 

Finanziert werden damit in den allermeisten Fällen harte Drogen. Der allergrößte Teil der StricherInnen ist drogenabhängig, viele von ihnen leben auf der Straße oder in leerstehenden, meist baufälligen, Häusern. Aber es kommt auch vor - und das nicht einmal selten - dass Jugendliche vormittags ganz normal in die Schule gehen und sich nachmittags ihr Geld auf der Straße verdienen. 

Also habe ich mich im Internet auf die Suche nach entsprechenden Projekten hierzu gemacht - mit einem miserablen Ergebnis. 
Gerade mal eine Handvoll etwas ausführlicherer seriöser Berichte. Kaum Ansprechpartner oder Stellen, bei denen Betroffene Hilfe bekommen. 
Deshalb ist diese Ausgabe der Schattenseiten leider nur ein kleiner Überblick über die momentane Situation und die Surftips fallen beinahe gänzlich aus... 
 
 

In den meisten Fällen bemerken das die betroffenen Eltern sehr spät oder bisweilen gar nicht! Strafbar machen sich die Freier in den seltensten Fällen. Da die allermeisten der Kinder die dort anschaffen mindestens 14 Jahre alt sind, besteht  KEIN Straftatbestand, solange sie in die sexuellen Handlungen einwilligen und nicht dazu gezwungen werden, so ein Polizeisprecher.
Deswegen ist die Polizei, die gern mehr in diesem Bereich tun würde, großteils machtlos. Lediglich bei Kindern unter 13 Jahren können die Beamten sofort 
eingreifen und tätig werden.  

Jeder, der einmal in den Abendstunden in die Nähe der größerer Bahnhöfe in Berlin, Hamburg, München oder jeder anderen beliebigen Großstadt in Deutschland kommt, kann kaum übersehen, wieviele Kinder und Jugendliche dort ihren Körper für ein bisschen Geld anbieten. 
Warum gibt es kaum jemanden, der sich berufen fühlt, sich diesem Problem anzunehmen. 
Die Behörden und Kommunen sind großteils überfordert mit der Situation. Warum dies so ist mag vielerlei Gründe haben. Nicht zuletzt liegt es natürlich auch daran, dass gerade eine Intervention in diesen Kreisen für den Handelnden nicht ganz ungefährlich ist. Geschmierte Beamte (leider) tun ihr Übriges dazu, dass sich die Situation nicht entspannt. Wobei natürlich nicht behauptet werden soll, alle zuständigen Beamten seine bestechlich. 
 

Wieviele Jugendliche in Deutschland der Prostitution nachgehen, konnte ich aus den wenigen Seiten, die ich zum Thema gefunden habe nicht erfahren. Auch nicht, an wen man sich wenden kann, wenn man in irgendeiner Weise mit dem Problem in Kontakt kommt, sei es als
Betroffener oder Angehöriger. Eine Adresse hierfür wäre lediglich das Jugendamt. Allerdings richtet der schwerfällige Beamtenapparat und die langwierige 
Bürkratie oftmals mehr Schaden an als Nutzen. 

 

Wer sich für das Thema Kinder- und Jugendprostitution interessiert, dem sei ein Artikel des Bayerischen Rundfunks ans Herz gelegt. Hier berichtet das ARD-Magazin "report aus München" über Kindersex an der bayrisch-tschechischen Grenze. Zu finden ist das ganze unter 

http://www.br-online.de/politik/ard-report/2000/report_0724/cheb.html


Konkrete Zahlen, wieviele Minderjährige ihr Geld auf diese Weise verdienen, sind leider kaum zu finden. Allein am Banhof Zoo in Berlin jedoch bieten ca. 500 (!!!) Jugendliche den Freiern ihren Körper an. Dabei ist es ein Irrtum, dass vor allem Mädchen dem "ältesten Gewerbe der Welt" nachgehen. Gerade im Bereich der Jugendprostitution sind es in manchen Städten wesentlich mehr Jungen, die ihre Dienste anbieten. 

Viel Neues gab es nun von meiner Seite aus nicht zu berichten. Über das Ergebnis der Recherchen im Internet bin ich gelinde gesagt sehr enttäuscht.  Meiner Meinung nach müsste gerade bei einem solch schwerwiegenden Problem unserer Zeit eine Menge mehr an Aufklärungsarbeit betrieben werden, als es tatsächlich der Fall ist.  Deshalb würde ich mich über Zuschriften von Lesern freuen, die interessante Seiten und Artikel zu diesem Thema entdeckt haben, damit  ich dies 
in einer der nächsten Ausgaben des RadioXPress wieder aufgreifen kann. 
Zuschriften bitte an: [email protected]

Duffy 
  



 


 

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