April 2001 - 6.Ausgabe - Seite 12
 

Mina`s lyrische Ecke


Endlich ist es soweit...wir nehmen Abschied von klirrender Kälte und begrüßen den Frühling mit den ersten warmen Sonnenstrahlen. 
Wer die Lyrikecke in der Radio X-Press verfolgt hat dem ist sicher aufgefallen, das ich seid Herbst die Texte nach den Jahreszeiten aussuche.
Ich hoffe das auch dieses Mal alle Liebhaber der Lyrik ein weinig Freude an meiner Auswahl haben werden und dass wir somit gemeinsam den langen Winterschlaf beenden ;o) Ein bisschen Humor...* g* 

Eure Mina 

Ein bisschen Humor...*

Frühlinkserwachen 

Die Weile wird kurz, nicht länger lang,
eben wie die Nacht. 
Nun haben die Vöglein mit ihrem Gesang, 
das `Frühlinkserwachen` mitgebracht. 

Auch im Frühling die Gänseblümlein sprießen, 
an dem ersten warmen Tage. 
Doch, während sie die Sonne so genießen, 
stellt sich mir da eine Frage:

Wenn man von Frühlinkserwachen spricht, 
ob man denn dann, 
wenn endlich der Herbst hereinbricht, 
von Abendsrechtseinschlafen sprechen kann?

S. Kaffl 

Flirt 

Sie guckt
ob i guck, 
aber i guck net. 
guck 
ob sie guckt, 
aber sie guckt net, 
aber irgendwie habe mer uns gucke g´seh. 

Der Frühling 

Wie wundervoll ist die Natur! 
Man sieht so viele Blüten, 
auch sieht man Schafe auf der Flur 
und Schäfer, die sie hüten. 

Ein leises Lied erklingt im Tal: 
der müde Wandrer singt es. 
Ein süßer Duft ist überall, 
bloß hier im Zimmer stinkt es ! 

H. Erhardt 

*....und etwas besinnliches ...   
 
Frühlingsnähe 

Endlich wärmer, 
endlich Licht, 
endlich Amselschreie. 
Und ich suche Dein Gesicht, 
dass ich mich dran freue. 
Endlich Hoffnung auf der Haut, 
startbereit zum Fliegen.
Endlich wieder aufgetaut. 
Komm´ und lass uns lieben ! 

S. Drechsel 

Mit Kinderaugen sehen 

Könnt´ ich die Welt nur einmal noch 
mit Kinderaugen sehen. 
Tanzend, springend, singend, 
noch einmal durch die Wälder zieh`n. 

Sorgenlos den Tag genießen,
lustvoll durch die Gegend schrei´n, 
sich träumend vor der Welt verschließen, noch einmal wieder Kind zu sein.

I. Bongartz 

  Der, dem es etwas gibt, 
mit mir wortlos eine Stunde,
ohne Grund, 
in einer blühenden Wiese zu sitzen, 
der könnte wohl ein Freund sein.

S. Drechsel 
 
 

(Anm.d.Red.: 
besonders mit Heuschnupfen)

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und hier noch ein Gedicht von schmunzeluhu, auch im Radiochat heimisch und bekannt für seine überaus poesievollen Texte - an denen er uns auch schon mal im Chat Anteil haben lässt. Dieses ist nun eines seiner Gedichte:
 
So sacht und leicht er ist,
so schön und einzigartig.
Zerbrechlich in sich selber wirkt,
und doch sehr stark er ist.

Zauberhaft in seinen Farben,
mal rot, mal blau und gelb.
Oft schillernd oder blinkend,
auch grau wie die Nacht.

Einfach schön in anzuschauen,
wie er da fliegt mit Anmut.
Graziös er über die Wiese schwebt,
mal hier mal da den Nektar trinkt.

Auf jede Blüte er sich setzt,
zielsicher landet immer zu.
Sich tragen lässt vom leisen Wind,
behände und geschwind.

Nach aussen hin nicht immer sagt,
wie schön ich doch eigentlich bin.
Nicht ruft noch streitet oder hadert,
nur über das Blumenmeer gleitet.

Nur kurz sein Leben ist im Jahr,
und doch erfreut er uns jedes Mal.
Viele Arten heute nur noch selten,
du erblickst auf Wiesen und Wäldern.

Fast beneiden könnte man ihn,
er der einfach sich gibt wie er ist.
Ob farbig bunt, oder unscheinbar,
für mich ein Wunder ist und bleibt...

der Schmetterling